| Um die Geschichte einer Stadt kennen zu lernen, sollte man nicht bei Adam und Eva anfangen, sondern zuerst einmal sehen, welche Ereignisse in jüngster Vergangenheit auf die Entwicklung Einfluss genommen haben. Diese Spuren sind noch frisch und man kann deutlich sehen, welche Gestaltungskräfte gewirkt haben, seien es die Bürger selbst, kommunale Gremien oder die Staatspolitik. Dass im Fall von Seßlach die Spuren bis ins Mittelalter und weiter zurück reichen und jetzt noch Auswirkungen zeigen, soll dabei natürlich nicht vergessen werden. Also wollen wir das Rad der Geschichte l a n g s a m rückwärts drehen: |
Maßgebliche Ereignisse in der Stadtentwicklung
2002 | Abschluss der Renaturierung der Rodach. Damit werden teilweise die Folgen der Rodachregulierung von 1958 beseitigt. | 2000 | Seßlach feiert 1200 Jahre nachweisbare Geschichte. | Beginn der Renaturierung des Rodachgrundes (Vielleicht kommen die Störche zurück) 1989 | Die Grenzöffnung, der Wegfall des eisernen Vorhangs, befreit Seßlach aus seiner Grenzlage und rückt es wieder in die Mitte Deutschlands. Man muss nicht mehr sehnsuchtsvoll zur Heldburg blicken, die über den Rodachgrund grüßt, sondern kann nun den thüringischen Nachbarn die Hand reichen und entdeckt den gleichen Dialekt und des gleiche Fachwerk auf beiden Seiten der Landesgrenzen.
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1985 | Seßlach feiert 650 Jahre Stadtrecht mit einem historischen Festumzug und Handwerkermarkt. Geschichte wird in einem Brückenschlag vom Mittelalter bis zur Neuzeit lebendig .
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1986/87 | Landes- und Bundessieger 1986/87 für beispielhafte Stadtsanierung. Die finanziellen Opfer und erheblichen Belästigungen für die Kommune und die Bürger werden belohnt.
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1972 | Seßlach kommt vom aufgelösten Landkreis Staffelstein zum Landkreis Coburg, der die neuen Gemeinden nicht gerade mit Begeisterung aufnimmt.
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1971 | Seßlach erhält im Rahmen der Gemeindegebietsreform seine 14 Stadtteile, ehemals selbständige Gemeinden. Beginn der Altstadtsanierung und Ausbau von Übernachtungsmöglichkeiten.
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1965-1968 | Bau der neuen Verbandsschule Seßlach.
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1958 | Rodachregulierung, in Folge verschwinden die Seßlacher Störche mangels Nahrung, die ehemaligen Feuchtwiesen fallen trocken.
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1958 Weltausstellung in Brüssel. In der DDR werden die Bauern zwangskollektiviert, indem sie zu LPG“s, Landwirtschaftlichen Produktions-Genossenschaften vereinigt werden. 1955 | Einrichtung einer Postbuslinie nach Coburg. Seßlach vergrößert sich: Baubeginn der Siedlung am Hattersdorfer Weg und am Lindachsteig.
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Das Goggomobil wird als neuester Kleinstwagentyp vorgestellt. 1949 | Seßlach liegt hart an der Grenze zur "Ostzone", dem späteren eisernen Vorhang. |
Jungfernflug des ersten Düsenpassagierflugzeuges der Welt. 1946 | Verdoppelung der Einwohnerzahlen durch Flüchtlinge, Heimatvertriebene und Ausgebombte - Alle Seßlacher Industriebetriebe, die nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurden, werden von Mitgliedern dieser Personengruppen gegründet.
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1945 | Kampflose Übergabe der Stadt an die Amerikanischen Truppen.
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Der von Konrad Zuse vorgestellte äußerst zuverlässig arbeitende Computer Z4 enthält einen Magnetkernspeicher. 1939 | Beginn des 2. Weltkriegs.
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1935 | 600-jähriges Stadtjubiläum. |
Der Prototyp der Volkswagens VW Käfer wird von Ferdinand Porsche vorgestellt. 1929 | Auflösung des Seßlacher Amtsgerichts im Zuge der Staatsvereinfachung.
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1914 | Im ersten Weltkrieg lassen 20 Seßlacher ihr Leben. Trotz demokratischer Verfassung bleiben die Seßlacher mehrheitlich Monarchisten und hoffen auf die Rückkehr des bayerischen Königs.
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1913 | Bahnlinie nach Bamberg, Seßlach ist weiterhin nach Süden und Westen orientiert.
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1910 | Übernahme der Postomnibuslinie nach Staffelstein durch den Seßlacher Poststall.
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1906 | Telefonanschluß der Gendarmerie, später auch Private.
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Die Glühbirne mit Wolframfaden wird allgemein eingeführt. 1905 | Brandunglück, Zerstörung von 13 Wohnhäusern, 12 gefüllten Scheunen und 24 Nebengebäuden.
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| 1890 | Seßlach erhält einen eigenen Poststall.
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1879 | Einrichtung eines Amtsgerichts.
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1871 bis 1888 Kaiser Wilhelm I. 1851 | Errichtung einer Brief- und Fahrpostexpedition in Seßlach.
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1848 | Die Grundherrschaft wird aufgehoben und geht in bäuerlichen Besitz über.
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1833 |
1831 | Aufenthalt des Kronprinzen Rupprecht von Bayern in Seßlach.
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1818 | Gemeindewald, an dem 107 Bürger gleichen Anteil hatten, wird aufgeteilt und privatisiert. Landwirtschaft und Handwerk sollen leistungsfähiger werden.
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1812 | Einrichtung eines Landgerichts.
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1810 | Seßlach wird durch Staatsvertrag königlich bayrisch.
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1807-09 | Aufenthalt des Dichters Friedrich Rückert in Seßlach. | 1802 | Säkularisation, Seßlach gehört nicht mehr zum Hochstift, sondern zum Großherzogtum Würzburg.
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| 1789 | Finanzielle Belastungen der Stadtkasse durch die napoleonischen Kriege.
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1640 | Erstürmung Seßlachs durch das Kaiserliche Reichsheer, Brandschatzung, 6 Tote, viele Verletzte. | 1632 | Vernichtung eines Schwedentrupps in der Hohlgasse vor dem Rothenberger Tor, darauf Plünderung und Brandschatzung durch die Schweden.
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1524-25 | Beteiligung Seßlachs am Bauernkrieg, Enthauptung von 5 Bürgern in Gegenwart des Bischofs Konrad von Würzburg.
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1492 |
1400 | Seßlach hat bereits ein Amts- und Zentgericht
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1399 | Anschluß an einen Bund von 11 Städten, um die Unabhängigkeit vom Hochstift Würzburg zu erlangen. | 1335 | Verleihung des Stadtrechts, einschließlich Markt- und Braurecht durch Kaiser Ludwig dem Bayern nach dem Vorbild der freien Reichsstadt Gelnhausen. Seßlach wird militärisch befestigter Verwaltungssitz mit Markt, Kirche und Gericht.
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1271 |
1244 | Zerstörung Seßlachs in der Schlacht des Herzogs Otto VIII. von Meran (Grafen von Plassenburg) mit dem Würzburger Bischof Hermann I. von Lobdeburg.
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1223 | Urkundliche Erwähnung als "Sezzela".
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1050 |
1007 |
Um 1000 |
837 | Urkundliche Erwähnung als "Sezzilahono marca".
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800 | Erste urkundliche Erwähnung von "Duo Sezelaha". Gaugraf Assis, ein Enkel Karls des Großen vermacht seine Güter, u.a. Seßlach und Heldburg dem Kloster Fulda. |
| | Auch ohne Urkunden lässt sich die Geschichte zurückverfolgen . . . | Christi Geburt bis 800 | Es ist auch sicher, daß die Kelten hier lebten und herrschten. Reiche Funde beschränken sich jedoch auf den Staffelberg oder die Gleichberge in Thüringen. Es gibt einen einzigen frühgeschichtlichen Fund aus karolingischer Zeit, ein Grabfund mit einem eisernen Messer und kleinem gedrehten Bronzestäbchen im Stadtgebiet von Seßlach. Auch wenn die Frühgeschichte nach Christi Geburt damit im Dunkeln bleibt, kann man davon ausgehen, daß die Landschaft besiedelt war. Oftmals befinden sich Siedlungen unter der aktuellen Bebauung der Städte und Dörfer und sind damit kaum mehr nachzuweisen. | 500-800 v. Chr. | Hallstattkultur: Es kommt neues Leben an die Ufer der Rodach. Es ist die Zeit der frühen Kelten. Fund eines Siedlungsgrundrisses mit Grabstätte (Urnengrab) der Hallstatt-Leute bei Dietersdorf. | 1200-1500 v. Chr. | Bronzezeit: Hügelgrab bei der Gehegsmühle; Beispiele für reiche Grabbeigaben aus Bronze sind erhalten und können im Naturmuseum Coburg bewundert werden. | 2000 v. Chr. | Fundstellen des Spätneolithikums bei Dietersdorf, Gemünda und Hattersdorf. Die Keramikfunde sind schlichter verziert und schlechter in der Qualität. Waffenfunde belegen die ersten kriegerischen Auseinandersetzungen und es gibt Hinweise, daß die Landschaft zeitweise menschenleer war. | 3000-4500 v. Chr. | Zeit der Bandkeramiker, Funde im Stadtgebiet (Dürrenried und vor allem Oberelldorf): Vielfältiges Kulturgut, Tonscherben mit Verzierungen, vielfältige Hacken- und Beilformen. Es gab bereits Handelswege, wie Plattenhornstein aus dem Altmühltal und Kreidefeuerstein aus der norddeutschen Tiefebene belegen. Nachweis von Ackerbau durch Sichelwerkzeuge. | ab 5000 v. Chr. | Jungsteinzeit: Mitteleuropa wandelt sich im wirtschaftlichen und kulturellen Bereich. Es bilden sich echte, dauerhafte Siedlungen, größere Siedlungsareale, Dorfgemeinschaften. Funde: Geschliffene Großsteingeräte (Steinbeile). | 6000 v. Chr. | Eine wärmere Klimaperiode in der Mittleren Steinzeit begünstigt eine dichtere Siedlungsabfolge entlang der Rodach, Fundstellen von Gleismuthhausen bis zur Itzmündung. Schwerpunkt der Siedlungsstellen befinden sich im Raum Gemünda/Dietersdorf. Die ältesten Funde bei Seßlach sind auf Feldern um die Geyersburg gemacht worden. | 8000 v. Chr. | Ausgangs der letzten Eiszeit durchziehen Jäger die Talauen der Rodach und hinterlassen bei Dietersdorf und Hattersdorf auf den Höhen und Talterrassen ihre Spuren; Funde: Steingeräte und entsprechende Abfallprodukte aus Hornstein und Kreidefeuerstein. Die Menschen waren damals nur zeitweise sesshaft, bauten Zelte oder einfache Hütten und zogen dann weiter, vielleicht in die Hauptsiedlung am Main. | |